Illertissen-Au | sar | Genau vor 45 Jahren gründete Heinrich Oßwald die Firma Illerplastic. Seither hat sich das Unternehmen systematisch vergrößert und genießt weit über die Region hinaus einen ausgezeichneten Ruf.
Anfangs waren in einer Schreinerei Fenster und Türen aus Holz hergestellt worden. Dabei stieg die Anzahl der Beschäftigen bereits im ersten Jahr auf 20 Mitarbeiter an. Dann sei der Betrieb über die Produktion von Rollläden in die Kunststoff-Fertigung eingestiegen. Als einer der ersten Betriebe in Deutschland haben wir Kunststoff-Fenster hergestellt, erläutert Inhaber Armin Oßwald. Fenster aus Kunststoff wiesen heute einen Marktanteil von 54 Prozent auf.
Mittlerweile arbeiten 200 Menschen auf dem Betriebsgelände in Au, das bereits von mehreren Fertigungshallen überzogen wird. Es ist längst zu klein geworden. Um Abhilfe zu schaffen, soll 2008 im Industriegebiet Aumühle ein neues, fünf Hektar großes Betriebsgelände erschlossen werden. Damit haben wir wieder Raum für Expansion und wirtschaftliches Wachstum, fügt Armin Oßwald hierzu an. Der Betrieb verfüge über mehrere Standbeine, die weiterentwickelt werden sollen. In das Gewerbegebiet hineinführen wird die Pionierstraße, die ihren Namen in Anlehnung an die Verdienste des Firmengründers Heinrich Oßwald als Pionier der Kunststoff-Fenster-Technik erhielt.
Energiesparpreis in Kanada gewonnen
Neben der Herstellung hochwertiger Kunststoffprofile in der Extrusionsabteilung beschäftigt sich die Unternehmensgruppe mit der Weiterverarbeitung spezieller technischer Profile zu Türen und Fenstern und mit der Montage vor Ort. Die Produktpalette wird durch die Erzeugnisse des Bereichs Glas- und Metallbau ergänzt, wo Haustüren, Wintergärten und großflächige Verglasungen hergestellt werden.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Streichung der Eigenheimzulage führte im vergangenen Jahr zu einem Boom in der Fensterbranche. Als Folge davon herrscht in diesem Jahr ein Engpass in der Montageabteilung, weil durch den Rückgang des Neubauvolumens hauptsächlich Renovierungsaufträge anstehen, die besonders arbeitsintensiv sind, erläuterte Armin Oßwald. Im Montagebereich werden aus diesem Grund zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Auch Außendienstmitarbeiter und Fachberater für den Privatkundenbereich werden zur Stärkung der Vertriebsabteilung des Unternehmens gesucht.
Seit über 20 Jahren hat die Firma auch im Ausland eine Niederlassung. In Kanada werden unter dem Firmennamen Poly Tech Products Fenster für den dortigen Markt gefertigt. Die Fenster in Nordamerika haben einen technischen Stand wie bei uns vor 30 Jahren, berichtet Oßwald im Hinblick auf mangelhafte Dichtigkeit und Wärmedämmung. Der Firmeninhaber führt dies auf die in der Vergangenheit günstigen Brennstoffkosten in Kanada zurück. Aber jetzt haben die Rohölpreise angezogen und die Leute in Nordamerika müssen wie wir Energie sparen, führt der Chef an. Als sichtbaren Erfolg für hochwertige Qualität hat der Firmenableger in Kanada im Jahr 2004 einen Energiesparpreis für gute Wärmeisolation gewonnen. |